St Georg Hamburg: Viertel, Geschichte und Energie im Altbau

14. Oktober 2026

St. Georg in Hamburg verbindet Wohnstraßen, Theater und Bahnhofsviertel auf engem Raum. Dieser Ratgeber stellt Ihnen zuerst das Viertel und seine Geschichte vor und zeigt danach, was Erhaltungsverordnung, Solarmodule, Wärmepumpe und Ladepunkte für die Altbauten des Stadtteils bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lage und Größe: Bezirk Hamburg-Mitte, 12.557 Einwohner auf 1,8 km²
  • Wohnen: fast nur Mehrfamilienhäuser, 1,5 % der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern
  • Kultur: Deutsches Schauspielhaus, das größte Sprechtheater Deutschlands
  • Altbau im Erhaltungsgebiet: Genehmigungspflicht auch für Heizungstausch und energetische Sanierung
  • Solarstrom im Mehrfamilienhaus: drei Wege zu Bewohnern und Gewerbe
  • Wärmepumpe im Gründerzeithaus: der Weg hängt von Zentral- oder Etagenheizung ab

Was ist St. Georg für ein Viertel?

St. Georg ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte zwischen Hauptbahnhof und Außenalster, in dem auf 1,8 Quadratkilometern 12.557 Menschen leben (Stand Ende 2025). Wie eng das Viertel bewohnt ist, zeigen die Stadtteil-Profile des Statistikamts Nord: Mit 6.976 Einwohnern je Quadratkilometer ist es mehr als doppelt so dicht besiedelt wie Hamburg mit 2.623.

Lange Reihe

Die Lange Reihe im Norden des Viertels ist eine beliebte Wohnstraße mit Läden und Lokalen in den Erdgeschossen. Dort steht mit dem Haus Lange Reihe 30 bis 32 auch eines der ältesten Wohnhäuser Hamburgs.

Steindamm und Hansaplatz

Am Hansaplatz umschließen große Altbauten einen weiten, offenen Platz. Gleich daneben verläuft der Steindamm, an dem auch das Hansa-Theater steht.

Alsterufer

Zur Außenalster hin werden die Straßen ruhiger, und die Wohnhäuser rücken nah ans Wasser. Am Ufer eröffnete Albert Ballin 1909 das Hotel Atlantic für die Passagiere der HAPAG.

Rund um den Hauptbahnhof

Am Rand zum Hauptbahnhof bestimmen Reisende, Pendler und Besucher den Takt. Direkt hinter dem Bahnhof steht das Deutsche Schauspielhaus, sodass sich abends Theaterpublikum und Reisende auf denselben Straßen begegnen.

Geschichte von St. Georg: vom Leprahospital zum Bahnhofsviertel

St. Georg wuchs vor den östlichen Mauern Hamburgs zu einer dicht bebauten Vorstadt, deren Schichten Sie bis heute an den Fassaden ablesen können.

Im Straßenbild zeigen sich davon vor allem drei Spuren:

  • Gründerzeit: Entlang der Langen Reihe entstanden große Mehrfamilienhäuser, darunter das Geburtshaus von Hans Albers in der Nummer 71.
  • Bahnhofsviertel: Nach dem Stadtteilporträt der Stiftung Historische Museen Hamburg wurden die Gleise des Hauptbahnhofs ab 1900 in den alten Wallgraben gelegt.
  • Behutsame Sanierung: Die ab 1978 eingeleitete Sanierung verbesserte mancherorts die Wohnqualität der Altbauten und brachte zugleich Mieterhöhungen, die einen Teil der Bewohner verdrängten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten in St. Georg

In St. Georg liegen drei Theater, ein Museum und drei Gotteshäuser in kurzer Laufweite.

Deutsches Schauspielhaus

Das Deutsche Schauspielhaus an der Kirchenallee öffnete am 15. September 1900 und bietet heute rund 1.200 Plätze, wobei es neben der großen Bühne mit dem Malersaal eine zweite Spielstätte bespielt.

Ohnsorg-Theater

Das 1902 gegründete Ohnsorg-Theater ist Hamburgs Bühne für plattdeutsches Theater und spielt seit August 2011 im Bieberhaus am Heidi-Kabel-Platz.

Museum für Kunst und Gewerbe

Am Steintorplatz eröffnete 1877 das Museum für Kunst und Gewerbe, während die Hamburger Kunsthalle auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs schon zur Altstadt gehört.

Kirchen und Moschee

Die Dreieinigkeitskirche, auch St. Georgskirche genannt, wurde 1747 als Barockbau geweiht, 1943 schwer beschädigt und 1957 mit einem neuen Schiff wieder aufgebaut. Der Mariendom von 1893 ist heute die Kathedrale des Erzbistums Hamburg. Dazu kommt an der Böckmannstraße die Centrum-Moschee, deren zwei Minarette seit 2009 ein Muster aus grünen und weißen Sechsecken tragen.

Hansaplatz, Hansabrunnen und Hansa-Theater

Mitten auf dem Hansaplatz steht seit 1878 der Hansabrunnen, und im selben Jahr entstand am Steindamm der Hansa-Concert-Saal, das heutige Hansa-Theater. Seit 1894 ist es ein Varieté, das lange als das einzig verbliebene klassische Varieté in Deutschland galt. Das Haus steht seit 2018 unter Denkmalschutz und wurde 2025 denkmalgerecht saniert.

Ist St. Georg ein gutes Viertel?

St. Georg ist ein gutes Viertel für alle, die zentral wohnen und das Leben auf der Straße mögen. Im Vergleich mit ganz Hamburg leben hier anteilig weniger Kinder und Ältere, dafür sind mehr Menschen arbeitslos.

Das Viertel verbindet eine lebendige Kulturszene mit einer vielfältigen Bewohnerschaft. Viele Menschen leben seit Jahrzehnten gern hier, auch wenn soziale Herausforderungen im Straßenbild sichtbar bleiben. Mit einem Einkommen je Steuerpflichtigen von 60.445 Euro liegt das Viertel über dem Hamburger Durchschnitt, zugleich beziehen 11,5 Prozent der Bewohner Grundsicherung. Insgesamt zeigt sich ein wirtschaftlich gemischtes Bild.

Wohnen und Eigentum

Wer kaufen möchte, zahlt mehr als im Stadtschnitt, denn Eigentumswohnungen im Bestand kosteten laut LBS-Immobilienmarktatlas im Januar 2026 bei mittlerem Preisniveau 7.768 Euro je Quadratmeter, in ganz Hamburg 6.278 Euro. Zugleich sind Sozialwohnungen mit 9,8 Prozent häufiger als im Hamburger Schnitt von 7,6 Prozent.

Ein Geschäft in St. Georg

Läden und Lokale profitieren von der Laufkundschaft, die der Hauptbahnhof und die Lange Reihe ins Viertel bringen. Da sich Hotels, Gastronomie, Handel und Wohnungen oft denselben Block teilen, gehört Rücksicht bei Öffnungszeiten, Lärm und Lieferverkehr in den engen Straßen dazu.

Erhaltungsverordnung und Eigentümergemeinschaft: was im Altbau gilt

Für große Teile der Wohngebiete von St. Georg gilt seit dem 15. Februar 2012 eine Soziale Erhaltungsverordnung, die nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Mitte gut 10.000 Bewohner betrifft. Sie gilt auch für Arbeiten ohne Baugenehmigung, etwa den Austausch von Fenstern und Heizungsanlagen.

MaßnahmeWas giltWer entscheidet
Energetische Sanierung auf MindestniveauFür die gesetzlichen Mindestanforderungen besteht ein Anspruch auf Genehmigung (§ 172 Abs. 4 BauGB).Bezirksamt
Energetische Maßnahmen darüber hinausWenn die Mieten nur begrenzt steigen, etwa dank Fördermitteln, ist eine Genehmigung möglich.Bezirksamt
Austauschpflichtiger Heizkessel oder SolaranlageBeides wird in der Regel genehmigt.Bezirksamt
Abriss, Umnutzung oder NeubauIn fünf städtebaulichen Erhaltungsgebieten ist zusätzlich eine Genehmigung nötig.Bezirksamt
Ladepunkt oder SteckersolargerätJeder Eigentümer kann beides verlangen (§ 20 Abs. 2 WEG), den Ladepunkt seit Dezember 2020, das Steckersolargerät seit Oktober 2024.Eigentümergemeinschaft

Dieser Anspruch in der Eigentümergemeinschaft gilt, solange die Anlage nicht grundlegend umgestaltet und kein Eigentümer unbillig benachteiligt wird (§ 20 Abs. 4 WEG). Anträge nach der Erhaltungsverordnung stellen Sie seit 2024 elektronisch beim Bezirksamt.

Wo ist auf einem Altbau in St. Georg Platz für Solarmodule?

Platz für Solarmodule findet sich in St. Georg oft auf mehreren Dächern eines Blocks, denn Vorderhaus, Hinterhaus und Nachkriegsbau tragen verschiedene Dachformen.

Wird ein Dach wesentlich saniert, verlangt das Hamburgische Klimaschutzgesetz (§ 16) seit 2024 auf Gebäuden ab 50 m² Bruttodachfläche eine Solaranlage auf mindestens 30 % der Nettodachfläche.

Bei Photovoltaik in Hamburg auf einem Mehrfamilienhaus zählt neben der Fläche vor allem, wer den Strom im Haus nutzt. Drei Wege bringen Solarstrom zu Bewohnern und Gewerbe:

  • Mieterstrom: Der Betreiber der Anlage liefert Solarstrom und Zusatzstrom direkt an die Mieter, zu höchstens 90 % des örtlichen Grundversorgungstarifs (§ 42a EnWG).
  • Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Die Parteien beziehen den Strom der Hausanlage über einen Gebäudestromnutzungsvertrag, ohne dass er durch das öffentliche Netz fließt (§ 42b EnWG).
  • Steckersolargerät: Bewohner erzeugen am eigenen Balkon Strom für ihre Wohnung, auch ohne gemeinsame Anlage auf dem Dach.

Wärmepumpe im Gründerzeithaus: Wege aus Gasetagenheizung und Zentralheizung

Den Weg von Gas zur Wärmepumpe bestimmt im Gründerzeithaus vor allem die heutige Heizung. Klären Eigentümer vorher Wärmequelle, Aufstellort, Heizlast und Rohrnetz, hält die Verbraucherzentrale Hamburg den Wechsel auch im Mehrfamilienhaus für machbar. Ob für eine Adresse eher ein Wärmenetz passt, zeigt unverbindlich das Wärmeportal zum Wärmeplan, den der Senat im Juni 2026 beschlossen hat.

Zentrale Gasheizung im Keller

Mit einer Zentralheizung liegen die Rohre schon in allen Etagen, sodass eine zentrale Wärmepumpe sie weiter nutzen kann. Günstig ist dabei eine Heizkreistemperatur unter 55 °C, und ob dafür einzelne größere Heizkörper genügen, zeigt die Heizlastberechnung.

Gasetagenheizungen in den Wohnungen

Heizt jede Wohnung mit einer eigenen Therme, fehlt die zentrale Verteilung für eine Anlage im Keller. Für einzelne Wohnungen kann dann eine Luft-Luft-Wärmepumpe passen, und weil sie kein Warmwasser bereitet, wird dieses getrennt geplant.

Aufstellort im dichten Hinterhof

Nutzt die Anlage die Außenluft, entscheidet der Schall über den Platz des Außengeräts. Weil im engen Hof die Fenster der Nachbarn nah liegen, kommt auch das Dach in Frage. Wer eine Wärmepumpe in Hamburg für ein dicht bebautes Grundstück plant, bezieht deshalb Hof und Dach von Anfang an in die Suche ein.

Was brauchen Gewerbe im Erdgeschoss und Ladepunkte im Hof an Strom?

In Hotels, Restaurants und Läden im Erdgeschoss treffen Küche, Kühlung und Klima oft auf eine Altbau-Installation, die für weit weniger Verbraucher geplant wurde. Der Weg zu mehr Leistung führt meist über vier Schritte.

Diese Anzeichen sprechen für mehr Bedarf:

  • Auslösende Sicherungen: Sie fallen, sobald Herd, Kühltheke und Klimagerät zusammen laufen.
  • Voller Zählerschrank: Für einen weiteren Stromkreis fehlt der Platz.
  • Neue Großgeräte: Eine Kühlzelle oder Ladepunkte im Hof sind geplant.

In diesem Fall prüft ein Spezialist für Elektro in Hamburg, ob Hausanschluss und Leitungen den neuen Bedarf tragen. Da Ladepunkte im Hof am selben Anschluss hängen, gehört zu einer Wallbox in Hamburg für mehrere Stellplätze ein Lastmanagement, das das Laden pausiert, solange Küche oder Kühlzelle viel Strom brauchen.

Liegen alle Ladepunkte zusammen über 12 kVA, muss Hamburger Energienetze (früher Stromnetz Hamburg) zustimmen. Neue private Ladepunkte über 4,2 kW darf der Netzbetreiber nach der Festlegung der Bundesnetzagentur nicht ablehnen. Im Gegenzug kann er sie bei Engpässen auf 4,2 kW drosseln.

„In Gründerzeithäusern sind Hausanschluss und Zählerplatz oft über Jahrzehnte Stück für Stück erweitert worden. Kommt erst die Kühlzelle im Laden und ein Jahr später die Wärmepumpe dazu, wird derselbe Zählerschrank zweimal umgebaut. Sinnvoller ist es, den Bedarf von Gewerbe, Heizung und Ladepunkten einmal gemeinsam aufzunehmen und mit der Eigentümergemeinschaft abzustimmen, denn der Zählerplatz gehört in der Regel zum Gemeinschaftseigentum.“
Jihad Lorenzen, Geschäftsführer von Uptech Energietechnik

Häufige Fragen

Gehört St. Georg zu St. Pauli?

Nein, St. Pauli ist ein eigener Stadtteil, der sich westlich der Innenstadt an der Elbe erstreckt und mit 2,2 Quadratkilometern etwas größer ist als St. Georg. Wer eine Adresse in Hamburg-St Georg sucht, landet deshalb am Hauptbahnhof und nicht am Elbufer. Gemeinsam haben die beiden Viertel ihren Bezirk Hamburg-Mitte, und in beiden gilt eine Soziale Erhaltungsverordnung, die den Umbau von Wohnungen an eine Genehmigung bindet.

Darf ich als Mieter in St. Georg ein Balkonkraftwerk anbringen?

Ja, als Mieter können Sie verlangen, dass Ihr Vermieter Ihnen ein Steckersolargerät am Balkon erlaubt (§ 554 BGB). Ablehnen darf er nur, wenn ihm die Anlage nicht zumutbar ist. Solange für eine Mietwohnung in Hamburg St Georg am Gebäude nichts baulich verändert wird, greift auch die Genehmigungspflicht der Sozialen Erhaltungsverordnung nicht. Im Zweifel gibt das Bezirksamt Auskunft. Die vereinfachten Regeln gelten für Geräte bis 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung, die Sie nur im Marktstammdatenregister anmelden.

Wo kann man in St. Georg ohne eigenen Stellplatz laden?

Ohne eigenen Stellplatz laden Sie in St. Georg an öffentlich zugänglichen Ladepunkten, die Sie über zwei Karten finden. Die Stadt zeigt auf hamburg.de eine Karte der Ladestationen an Hamburgs Straßen, auf der Sie auch sehen, ob ein Ladepunkt gerade frei ist. Die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur sammelt dagegen die gemeldeten Ladepunkte aller Betreiber. Sie lässt sich per Ortssuche auf St. Georg Hamburg eingrenzen, auch wenn sie nicht jeden Ladepunkt lückenlos erfasst.

Wer ist der beste Fachbetrieb für Photovoltaik in St. Georg?

Einen guten Fachbetrieb für Photovoltaik in St. Georg erkennen Sie daran, dass er Erfahrung mit Mehrfamilienhäusern mitbringt und Dach, Zählerschrank und Netzanschluss gemeinsam plant. Weil Hamburg St. Georg ein Erhaltungsgebiet ist, gehört dazu, dass er den Antrag beim Bezirksamt früh einplant und mit der Eigentümergemeinschaft abwägt, wie der Strom im Haus genutzt wird. Uptech Energietechnik plant Photovoltaik, Elektrik, Wärmepumpe und Ladepunkte aus einer Hand, sodass alle Anlagen von Anfang an aufeinander abgestimmt sind. Ob sich ein Dach eignet, zeigt erst die Prüfung vor Ort.

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