Mit dem Solarkataster für Hamburg sehen Sie in wenigen Minuten, ob Ihr Dach für eine Solaranlage infrage kommt. Der Ratgeber erklärt die Farben und Werte der Karte. Er zeigt auch, was das Ergebnis für Betrieb, Eigentümergemeinschaft und Eigenheim bedeutet. Zum Schluss geht es um die Grenzen der Karte und um die Unterlagen für den Termin mit einem Fachbetrieb.
Das Wichtigste in Kürze
- Offizieller Name: Hamburger Solaratlas mit integriertem Solarrechner
- Beste Eignungsklasse: Dunkelorange, nicht Grün
- Datengrundlage: Befliegung im Frühjahr 2022, neue Version seit März 2024
- Prüfung am Bildschirm: vier Schritte bis zur Auswertung zum Herunterladen
- Nicht geprüft: Statik, Asbest und Denkmalschutz
- Nächster Schritt: Prüfung vor Ort durch einen Fachbetrieb
Was ist das Solarkataster Hamburg?
Das Solarkataster Hamburg heißt offiziell Hamburger Solaratlas: ein kostenloses Dachkataster der Hamburger Energiewerke und des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV), das Sie über das Geoportal Hamburg oder den Solarrechner aufrufen. Für jedes erfasste Dach zeigt es, wie gut es sich für Photovoltaik, also Solarstrom, oder für Solarthermie, also warmes Wasser, eignet.
Die erste Fassung erschien 2010, die heutige Version im März 2024. Direkt zur Karte führt der Solaratlas im Geoportal Hamburg. Beide Zugänge nutzen dieselben Daten:
| Zugang | Betreiber | Adresse | Stärke |
|---|---|---|---|
| Geoportal Hamburg | Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung | geoportal-hamburg.de | Stadtkarte mit Werten je Dachseite per Klick |
| Solarrechner | Hamburger Energiewerke | solarrechner-hamburg.de | führt in vier Schritten zu Kosten und Wirtschaftlichkeit |
Auf beiden Wegen sehen Sie die Dächer zuerst als farbige Flächen.
Farben im Solaratlas: so lesen Sie die Eignungsklassen
Im Hamburger Solaratlas steht Dunkelorange für die beste Eignung. Grün gibt es auf der heutigen Karte nicht mehr. In älteren Anleitungen finden Sie trotzdem oft eine Ampel von Rot bis Grün. Diese Legende stammt aus der ersten Fassung, in der ein grünes Dach als sehr gut geeignet galt.
Mit der Version von 2024 hat sich auch die Zählweise umgekehrt. So lesen Sie die Klassen heute:
- Beste Klasse: Klasse 1 steht für sehr hohe Einstrahlung, also besonders viel Sonnenenergie auf dem Dach. In der alten Ampel lag die beste Stufe dagegen bei Klasse 4.
- Alte Bilder: Screenshots mit grünen oder roten Dächern zeigen den früheren Stand und passen nicht zu Ihrem heutigen Ergebnis.
- Hamburger Maßstab: Die Klassen vergleichen jedes Dach mit dem besten Wert in Hamburg. Den erreicht ein Dach ohne Schatten, das nach Süden geneigt ist.
Weitere Werte sehen Sie erst, wenn Sie auf das Gebäude klicken.

Welche Daten zeigt das Kataster für Ihr Dach?
Ein Klick auf ein Gebäude im Geoportal öffnet ein kleines Datenblatt. Oben steht die Eignung des ganzen Hauses, getrennt für Photovoltaik und für Solarthermie. Darunter folgen Werte für jede einzelne Dachseite:
- Fläche: Sie sehen die Größe der Dachseite und den Teil, der sich für Module eignet. Aufbauten wie Schornsteine sind dabei schon abgezogen.
- Ausrichtung: Die Himmelsrichtung steht in Grad, wobei 180 Grad genau Süden bedeutet.
- Neigung: Der Wert in Grad zeigt, wie steil die Dachseite ist.
- Verschattung: Hier lesen Sie ab, wie viel Prozent der Sonnenenergie im Jahr durch Bäume oder Nachbarhäuser verloren gehen.
- Leistung: Angegeben ist die mögliche Leistung der Anlage in kWp. Das ist die Spitzenleistung der Module unter genormten Bedingungen. Auf einem Schrägdach braucht ein kWp etwa fünf bis sieben Quadratmeter.
- Ertrag: Die erwartete Strommenge in Kilowattstunden pro Jahr ergibt sich aus Leistung und Sonnenangebot.
- Aufständerung: Steht hier Ja, sollten die Module schräg auf einem Gestell stehen. So ist es auf Flachdächern üblich.
Für die Planung von Photovoltaik in Hamburg sind diese Werte ein guter erster Anhaltspunkt. Die Kosten rechnet der Solarrechner aus. Sie öffnen ihn direkt aus dem Datenblatt.
Schritt für Schritt: das eigene Dach im Solarrechner prüfen
Die Prüfung im Solarrechner Hamburg ist kostenlos und führt in wenigen Minuten zu einer Auswertung, die Sie herunterladen oder ausdrucken können. Drei Handgriffe machen die Auswertung genauer und nützlicher.
- Verbrauch bereithalten: Der Rechner fragt nach Ihrem Stromverbrauch. Die Jahresmenge steht auf Ihrer letzten Stromabrechnung.
- Eigene Kosten eintragen: Gerechnet wird mit aktuellen Preisen von Installationsbetrieben. Liegt Ihnen schon ein Angebot vor, tragen Sie dessen Werte über das Zahnrad links unten ein.
- Ergebnis sichern: Nehmen Sie die Auswertung zum ersten Gespräch mit einem Fachbetrieb mit.
Die Auswertung ersetzt kein Angebot, ist aber eine solide erste Einschätzung. Was sie bedeutet, hängt vom Gebäude ab.

Gewerbe, Eigentümergemeinschaft, Eigenheim: was das Ergebnis jeweils sagt
Dieselbe Auswertung beantwortet je nach Gebäude eine andere Frage: nach der passenden Größe, nach einer gemeinsamen Grundlage oder nach Platz für weitere Verbraucher.
Gewerbebetrieb
Auf flachen Hallendächern rechnet das Kataster mit Modulen, die im 30-Grad-Winkel schräg nach Süden stehen. Jedes Kilowatt Peak (kWp) braucht dort rund 18 Quadratmeter Dach. Zur Wahl stehen „Wirtschaftlich“ ohne Speicher bis 100 kWp, „Vollbelegung“ aller geeigneten Flächen und das voreingestellte „Autarkie“ mit Speicher.
Welche Variante passt, entscheidet der Strombedarf Ihres Betriebs im Tagesverlauf. Diesen Verlauf kennt das Kataster nicht. Er steht in Ihren eigenen Verbrauchsdaten.
Eigentümergemeinschaft
Der Ausdruck hilft in der Versammlung, weil alle dieselben Zahlen vor sich haben. Danach klärt ein Fachbetrieb diese Fragen:
- Trägt das Dach die Anlage?
- Welche Belegung passt zum Verbrauch im Haus?
- Reicht der vorhandene Zählerschrank?
- Gilt Denkmalschutz oder eine Erhaltungsverordnung?
Eigenheim
Im eigenen Haus lohnt der Blick über den Haushaltsstrom hinaus. Für eine vorhandene oder geplante Wärmepumpe in Hamburg kann der Fachbetrieb einschätzen, welchen Teil ihres Bedarfs das Dach decken könnte. Dasselbe gilt für eine Wallbox in Hamburg, an der das Auto Solarstrom laden soll.
Diese Fragen lohnen sich auch bei Dächern, die auf der Karte weiß erscheinen.
Weiß markiert heißt nicht ungeeignet
Ein weiß markiertes Dach ist nicht ungeeignet. Die Legende vermerkt für diese Klasse „vor Ort zu prüfen“. Auch gelbe Dächer und Flächen nach Osten oder Westen können sinnvoll sein. Vor allem zählt, wann Sie den Strom brauchen. Das bestimmt Ihren Eigenverbrauch, also den Teil des Solarstroms, den Sie selbst nutzen.
- Ost- und Westdächer: Sie liefern morgens und abends Strom, wenn im Haushalt gekocht und gewaschen wird. Für einen hohen Eigenverbrauch sind sie sogar im Vorteil.
- Betriebe mit Tagesarbeit: Laufen Maschinen und Licht bis zum Feierabend, nutzt der Betrieb auch den Strom von einem gelben Dach direkt selbst.
- Weiße Dächer: Hier kommt durch Schatten, Ausrichtung oder Neigung weniger Sonne an. Ob es für Ihren Bedarf reicht, klärt erst ein Termin vor Ort.
Die Karte bewertet dabei die Sonne auf dem Dach, nicht das Dach selbst.

Grenzen: was das Solarkataster nicht prüft
Das Solarkataster zeigt, wie viel Sonne auf ein Dach fällt. Ob das Dach eine Anlage tragen kann und darf, klärt erst die Prüfung vor Ort.
Statik, Asbest und Dachzustand
Statik und Denkmalschutz hat die Auswertung ausdrücklich nicht geprüft. Ob das Dach die Anlage trägt, schätzt zuerst der Fachbetrieb ein. Bei Zweifeln kommt ein Statiker hinzu.
Ein Dach mit Asbest kann eine Solaranlage sogar ganz verhindern. Wie alt die Dacheindeckung ist, zeigen die Messpunkte aus der Luft nicht.
Denkmalschutz am Beispiel Speicherstadt Block H
Auf Denkmälern und in Gebieten mit städtebaulicher Erhaltungsverordnung braucht eine Photovoltaikanlage in Hamburg unter Umständen eine Genehmigung. Dass es gelingen kann, zeigt die Speicherstadt, seit 2015 UNESCO-Welterbe. Auf Block H stehen zwei Probeflächen mit Modulen, die von den historischen Kupfer- und Schieferdächern kaum zu unterscheiden sind.
Als Regelfall gilt beim Denkmalschutzamt etwa eine Anlage auf dem typischen Hamburger Altbaudach, die 1,25 Meter Abstand zum Dachrand hält. Weitere Lösungen beschreibt die Praxishilfe des Denkmalschutzamts.
Datenstand und Verschattung
Die Karte beruht auf einer Befliegung aus dem Frühjahr 2022 und erschien 2024. Schatten von Bäumen und Nachbarhäusern rechnet sie mit ein, so wie sie am Stichtag standen. Wächst danach ein Baum oder entsteht ein neuer Nachbarbau, fehlt das in der Rechnung.
In seinen Nutzungsbedingungen übernimmt der Solarrechner keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Das wird wichtig, sobald ein Dach unter die Hamburger PV-Pflicht fällt.

Solarkataster und PV-Pflicht in Hamburg
Das Hamburgische Klimaschutzgesetz verlangt in § 16 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, sobald Sie neu bauen oder das Dach wesentlich umbauen.
- Neubau: Die Pflicht gilt seit 2023. Seit 2024 müssen mindestens 30 Prozent der gesamten Dachfläche (Bruttodachfläche) belegt sein.
- Dachsanierung: Seit 2024 greift sie, wenn mehr als 50 Prozent der Dacheindeckung erneuert werden. Dann sind mindestens 30 Prozent der Nettodachfläche zu belegen, also der Fläche ohne die Teile, die sich nicht nutzen lassen.
- Ausnahmen: Dächer unter 50 Quadratmetern sind ausgenommen. Nach der zugehörigen Verordnung entfällt die Pflicht auch, wenn das Dach durch Schatten mehr als 25 Prozent Einstrahlung verliert. Dasselbe gilt, wenn die Anlage länger als 20 Jahre braucht, um ihre Kosten einzuspielen.
Auf ihrer Seite zur PV-Pflicht verweist die Stadt selbst auf den Solaratlas, um die Eignung eines Dachs zu prüfen. Als Nachweise für eine Ausnahme nennt sie in ihren häufigen Fragen Dachansichten, Skizzen, Fotos und zwei Angebote. Den Katasterwert nennt sie dort nicht. Es zählen also Unterlagen, die über die Karte hinausgehen.
Nach dem Kataster-Check: diese Unterlagen braucht der Fachbetrieb
Mit der Auswertung aus dem Kataster und ein paar eigenen Angaben bringt der Termin vor Ort mehr. Legen Sie diese Unterlagen bereit:
- Auswertung des Solarrechners: die heruntergeladene Auswertung mit Ihren eingegebenen Daten.
- Jahresstromverbrauch: die letzte Stromabrechnung, damit sich die Anlage am tatsächlichen Bedarf ausrichtet.
- Verbrauch im Tagesverlauf: für Betriebe die Zeiten, zu denen Maschinen, Kühlung oder Büro den meisten Strom brauchen.
- Alter und Zustand der Dacheindeckung: das Jahr der letzten Sanierung und bekannte Schäden.
- Fotos von Dach und Zählerschrank: Aufnahmen der Dachaufbauten und der Zähleranlage. Muss der Zählerschrank für den Netzanschluss erneuert werden, plant ein Betrieb für Elektro in Hamburg das gleich mit der Anlage.
- Denkmal oder Erhaltungsgebiet: ein kurzer Hinweis, falls das Gebäude betroffen ist.
Mit diesen Unterlagen prüft ein Fachbetrieb Dach, Elektrik und Verbrauch bei einem Termin vor Ort. Aus der ersten Einschätzung wird so eine belastbare Planung.
„Beim ersten Termin schaue ich mir an, wo Schornstein, Gaube oder ein Baum im Laufe des Tages Schatten auf das Dach werfen. Danach richtet sich, welche Module gemeinsam verschaltet werden. Manchmal braucht auch ein einzelnes Modul eine eigene Regelung. Diese Frage kann das Kataster nicht beantworten, weil es mit ganzen Dachseiten rechnet.“
Jihad Lorenzen, Experte für Photovoltaikanlagen und Geschäftsführer von Uptech Energietechnik
Fazit
Das Kataster zeigt, ob sich ein genauerer Blick auf Ihr Dach lohnt.
Für den nächsten Schritt hilft diese Übersicht:
- Dunkelorange, Orange oder Gelb: Die Auswertung des Solarrechners ist eine gute Grundlage für das Gespräch mit einem Fachbetrieb.
- Weiß markiert: Lassen Sie das Dach vor Ort prüfen, vor allem bei viel Stromverbrauch am Morgen, am Abend oder tagsüber im Betrieb.
- Denkmal, Erhaltungsgebiet oder ältere Dacheindeckung: Diese Fragen klärt erst der Termin vor Ort, weil die Karte sie nicht erfasst.
- Neubau oder Dachsanierung: Für die PV-Pflicht ist der Solaratlas der erste Check. Als Nachweis für eine Befreiung nennt die Behörde ihn nicht.
Häufige Fragen
Ist das Solarkataster Hamburg kostenlos?
Ja, die Prüfung im Hamburger Solaratlas und im Solarrechner ist kostenlos und unverbindlich. Vor dem Start bestätigen Sie mit einem Klick die Nutzungsbedingungen der Anwendung. Wer die Daten selbst auswerten möchte, bekommt sie zusätzlich frei verfügbar als Open Data: Das LGV stellt die Solarpotenzialflächen unter der Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 bereit, etwa als CSV- oder GeoJSON-Datei. Das hilft vor allem Verwaltungen und Betrieben, die viele Dächer auf einmal vergleichen wollen.
Was tun, wenn mein Gebäude im Solarrechner fehlt?
Fehlt Ihr Gebäude im Solarrechner, ist es vermutlich ein neuerer Bau. Die Berechnung kennt es dann noch nicht. Wählen Sie in diesem Fall ein Haus in der Nachbarschaft mit ähnlicher Dachform und Ausrichtung und prüfen Sie dieses. Das Ergebnis bleibt eine grobe Orientierung, die ein Fachbetrieb vor Ort genauer prüfen sollte. Auch der umgekehrte Fall ist geregelt: Sie können Ihr Haus aus dem Solarrechner löschen lassen.
Zeigt der Solaratlas auch die Eignung für Solarthermie?
Ja, der Solaratlas zeigt je Gebäude auch die Eignung für Solarthermie, also für Anlagen, die mit Sonnenwärme warmes Wasser bereiten. Kosten berechnet der Rechner dafür nicht. Die Preise solcher Anlagen hängen stark von den Gegebenheiten im Haus ab und sind weniger einheitlich als bei Photovoltaik. Reicht der Platz auf dem Dach nicht für beides, gilt Solarthermie als die bessere Wahl. Der Grund: Warmes Wasser lässt sich nur dort sinnvoll erzeugen, wo es gebraucht wird. Für die PV-Pflicht zählt eine solarthermische Anlage auf dem Dach ebenfalls.
Gibt es in Hamburg eine Förderung für Photovoltaik?
Eine Förderung gibt es in Hamburg vor allem für die Kombination aus Gründach und Solaranlage. Begrünen Sie Ihr Dach freiwillig, gibt die IFB Hamburg einen Zuschuss für die Unterkonstruktion der Solaranlage. Er beträgt 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben, höchstens 50 Euro je Quadratmeter Modulfläche. Die Module selbst fördert sie nicht. Gründächer fördert die Stadt bis zum Start der Gründachpflicht am 1. Januar 2027. Den Antrag stellen Sie, bevor die Arbeiten beginnen. Sicher ist der Zuschuss erst mit der Bewilligung. Für die Finanzierung der Anlage verweist die Hamburger Umweltbehörde auf den Kredit 270 der KfW.
Wer ist der beste Ansprechpartner für Photovoltaik in Hamburg nach dem Solarkataster-Check?
Einen guten Ansprechpartner erkennen Sie daran, dass er das Ergebnis aus dem Solaratlas vor Ort an Dach, Statik und Zählerschrank überprüft und Ihnen ein nachvollziehbares Festpreis-Angebot vorlegt. Uptech Energietechnik ist ein konzessionierter Meisterbetrieb für Photovoltaik und Elektrotechnik. Der Betrieb plant nach DIN VDE und arbeitet mit eigenen Montageteams. In über 12 Jahren hat das Team mehr als 300 Projekte abgeschlossen und über 9.000 kWp Leistung installiert. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Kundinnen und Kunden bewerten Uptech bei Google mit 5,0 von 5 Sternen und bei Trustindex ebenfalls mit 5,0.